Im ersten Artikel habe ich Ihnen gezeigt, aus welcher Perspektive die Instinkte Ihre Gefühle gestalten. Sie haben einen Einblick in die Frühzeit- und Neuzeitsichtweise erhalten. Abschliessend haben Sie  eine Situation betrachtet, hineingefühlt und neu beurteilt.

In der Situation des ersten Artikels war hauptsächlich der Überlebenstrieb aktiv, der Ihnen Angst machte vor einem gewaltsamen Übergriff des Rudelführers (Chef) mit dem Untermotiv: „sich beschützt fühlen wollen“ und/oder der Angst aus dem Rudel (dem Betrieb) ausgestossen zu werden. Untermotiv: Existenzsicherung.


instinktHeute wollen wir uns Beispiele aus dem Selbstverwirklichungs- oder Vergnügungstrieb ansehen. Dieser Instinkt will mit seinem Untermotiv: „Freiheit“ sicherstellen, dass Sie in absolut jeder Situation die freie Wahlmöglichkeit haben. Mit dem Untermotiv „Sich einbringen“ will er erreichen, dass Sie immer jemanden haben oder finden, der Lust hat, das Gleiche zu tun wie Sie selbst bzw. dass SIE bestimmen können, was gemacht wird. Wir beschäftigen uns heute mit dem Untermotiv: „Freiheit

[Bildquelle: aboutpixel.de © Thomas Pieruschek]

Bevor Sie wieder die Gelegenheit erhalten, Situationen durch Beispiele neu zu bewerten, machen Sie noch einmal jeweils Ihre Reise in die Frühzeit und Neuzeit. Versuchen Sie, sich dabei alles bildlich vor Ihrem inneren Auge vorzustellen:

Reise in die Frühzeit:

“Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie ein Tor. Sehen Sie sich das Tor genau an. Welche Form hat es? Aus welchem Material ist es? Hat es eine Farbe? Ist es groß oder eher klein? Durch dieses Tor können Sie in die Frühzeit sehen. Schauen Sie sich das Tor genau an und stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie hindurchgehen.

Wenn Sie durch das Tor gegangen sind, sehen Sie vor sich eine Höhle. In und vor dieser Höhle sehen Sie Menschen, die mit Fellen bekleidet sind. Sie befinden sich in der Frühzeit, vor 40 000 Jahren oder mehr. Sie leben in einer kleinen Gruppe in dieser Höhle. Das Leben ist schwer. Sie alle zusammen müssen täglich dafür sorgen, dass genug zu essen vorhanden ist, dass Vorräte für den Winter angelegt werden und die Höhle selbst sicher ist vor dem Einfall wilder Tiere. Oft frieren Sie, weil vielleicht noch nicht entdeckt wurde wie man eigenständig Feuer macht.

Erweitern Sie nun ihr Blickfeld kreisförmig -, ausgehend von der Höhle. Sie stellen fest, dass sich drum herum eine weite Landschaft erstreckt. Je weiter Sie Ihren gedanklichen Kreis um die Höhle erweitern, je mehr erkennen Sie, dass außer Tieren dort keine weiteren Lebewesen zu finden sind. Über hunderte von Kilometern keine weiteren Menschen. In der Landschaft bewegen sich auch viele wilde Tiere, wie z.B. Bären, Wölfe, Mammuts und Säbelzahntiger.

Lassen Sie nun Ihre Phantasie spielen. Was sehen Sie? Wie leben die Menschen in dieser Zeit?

Sehen Sie, wie wichtig es ist, dass jeder dieser Menschen sich bemüht, sehr gut zu jedem der anderen zu passen damit er von denjenigen gemocht wird? Die Gefahr ist groß, dass man aus der Gruppe gestossen wird, wenn man nicht gut genug zu den anderen paßt. Also paßt man sich extrem an. Man tut alles, was irgend möglich ist, damit die anderen einen mögen.

Sehen Sie, wie wichtig es ist, nicht krank zu werden? Krankheit bedeutet schwach sein, keinen Beitrag für die Gemeinschaft leisten zu können. Schlimmstenfalls könnte die Gruppe einen ausstoßen, weil man wertlos für sie geworden ist. Und was passiert, wenn plötzlich Gefahr droht? Kann es sich die Gemeinschaft leisten, einen Kranken mit zu schleppen oder würden sie ihn vielleicht gar zurücklassen müssen?

Sehen Sie, wie eingeschränkt die Wahlmöglichkeiten sind in einer solchen Gruppe? Wenn ein Ranghöherer etwas anordnet, muß der Rangniedrigere es ausführen. Andernfalls gibt es schwere Strafen bis hin zu Prügel oder Ausstoß aus der Gemeinschaft durch den Chef bzw. Rudelführer der Gruppe.

Je niedriger der Rang ist, den ein einzelner innehat, desto mehr muß er für die Ranghöheren arbeiten. Seine Freizeit ist äußerst gering. Er kann sich selten vergnügen, selten tun, was ihm wirklich Spass macht. Das alles führt natürlich dazu, dass jeder versucht, einen möglichst hohen Rang zu erreichen. Konkurrenzkampf ist an der Tagesordnung.

Die Stärksten genießen die meisten Privilegien, z.B. bei der Essenverteilung. Aber auch bei der Paarung. Es ist wichtig, dass sich die hochwertigsten Gene weitervererben um den Gruppen-bzw. Arterhalt zu gewährleisten.

Sehen Sie, wie schwierig es ist, eigene Ideen zu verwirklichen bzw. andere zu finden, die das Gleiche wollen wie Sie? Sie haben wenig Auswahl an Menschen in Ihrer kleinen Gruppe. Wenn Sie etwas vorschlagen was Sie gern tun oder umsetzen möchten, müssen Sie jemanden innerhalb dieser kleinen Gruppe finden, der sie unterstützt – der mit Ihnen die Idee ausführt. Wenn keiner will, ist Ihre Idee nicht durchführbar. Außerhalb der Gruppe finden sich so schnell keine weiteren Menschen. Der einzige, der immer durchsetzen kann, was er will, ist der Chef bzw. Rudelführer. Allerdings läßt ihn das auch ständig unter Strom stehen. Er muß schliesslich immer und jederzeit kontrollieren, ob die Mitglieder seiner Gruppe auch tun, was er gesagt hat. Täten sie es nicht, wäre seine Position in Gefahr. Das kann er nicht zulassen. Notfalls setzt er seinen Anspruch daher auch gewalttätig, vielleicht durch Einsatz seiner Keule durch. Er hat die größten körperlichen Kräfte und dies befähigt ihn dazu, Rudelführer zu sein. Schließlich kann er sein Rudel am besten beschützen und in der Gruppe für Ordnung sorgen. Aber dies muß er auch immer wieder unter Beweis stellen.“

Zum Vergleich reisen Sie jetzt in die Neuzeit:

Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie wieder ein Tor. Sehen Sie sich das Tor genau an. Wie unterscheidet es sich zum Tor der Frühzeit? Hat es die gleiche Form oder eine andere? Aus welchem Material ist es? Welche Farbe hat es? Ist es groß oder eher klein? Durch dieses Tor können Sie in die Neuzeit sehen. Schauen Sie sich das Tor genau an und stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie hindurchgehen .

Sehen Sie sich selbst in Ihrer Wohnung. Betrachten Sie Ihre Lebensumstände. Haben Sie genug zu essen und zu trinken? Haben Sie einen warmen Schlafplatz? Vermutlich haben Sie viel mehr als das. Vermutlich haben Sie einen gewissen Lebensstandard geschaffen, den Sie geniessen und erhalten wollen. Sollten Sie Ihre Arbeit, Ihr Haus verlieren, gibt es Instanzen, die Ihnen zumindest Ihre pure Existenz ermöglichen: Arbeitsamt, Sozialamt, Kirchen, andere soziale Einrichtungen. Auch Ihre Familie, Freunde, Bekannten, selbst Nachbarn würden Sie im Falle eines plötzlichen Wohnungsverlustes nicht auf der Straße stehen lassen. Denken Sie nur mal an unverhoffte Wohnungsbrände, wo Nachbarn den Betroffenen Unterkunft anboten. Machen Sie sich klar, wie unwahrscheinlich es ist, dass all diese Hilfsmöglichkeiten auf einmal ausfallen würden. Stellen Sie sich auch einmal die Frage, wie es im umgekehrten Fall wäre. Würden Sie selbst auch Ihrer Familie, Freunden, Bekannten oder Nachbarn helfen? Vermutlich bejahen Sie dies gerade ganz kräftig.

Erweitern Sie nun Ihr Blickfeld kreisförmig, ausgehend von Ihrer Wohnung. Sie stellen fest, dass in näherer Umgebung viele andere Menschen leben in ihren Häusern und Wohnungen. Egal, wohin Sie sich – ausgehend von Ihrer Wohnung – hinbegeben…ob zu Fuß, per Auto, Bus oder Flugzeug: überall sind Menschen! Die gesamte Erde ist inzwischen stark bevölkert. Wilde Tiere gibt es nur noch in bestimmten Regionen der Erde. Menschen können sich gegenüber Angriffen wilder Tiere heute viel besser schützen. Rechtssysteme schützen uns Menschen heutzutage vor Gewalt. Sie sind nicht perfekt, aber sie bieten dennoch einen größeren Schutz als ihn die Menschen in der Frühzeit hatten. Sie können außerdem Maßnahmen beachten, die Ihnen ebenfalls weiteren Schutz bieten, wie z.B. als Frau nachts nicht allein durch einen Park zu gehen. Wenn Sie es möchten, können Sie lernen, sich selbst zu verteidigen.

Auch Rudelführer, z.B. Chefs aller Art, pflegen heutzutage ihre Anliegen nicht mehr mit der Keule in der Hand durchzusetzen.

Sehen Sie, wieviele Menschen sich in Ihrem Leben befinden? Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen, Sportkameraden usw. usw.! zu Sehen Sie, dass Sie die Möglichkeit haben, mit jedem dieser Menschen genau das zu erleben/leben, was mit ihm am meisten Spaß macht? Es muß nicht EIN Mensch alle Anforderungen ans „Zusammen passen“ oder „Erwünscht sein wollen“ erfüllen. Sehen Sie, dass Sie wählen können, mit welchen Personen Sie die unterschiedlichen Dinge erleben/leben wollen, die Ihnen am Herzen liegen? Ist da mal jemand, der Sie nicht mag oder der gar gegen Sie intrigiert…ist das nicht schön, aber kein Problem. Es gibt ja noch genügend andere Menschen auf dieser Erde, die Sie schon kennen oder noch kennenlernen können, wenn Sie das wollen. Menschen, zu denen Sie passen und bei denen Sie erwünscht sind/von denen Sie gemocht werden. Sehen Sie, dass es gar nicht mehr möglich ist, aus dem „Rudel“ ausgestossen zu werden? Sie können wohl aus einer kleinen Gruppe ausgestossen werden, aber es gibt nur noch ein einziges Rudel: das Menschheitsrudel. Man müßte Sie schon auf den Mond schiessen, um Sie dauerhaft ausstossen zu können.

Sehen Sie, dass Sie außerdem immer in Ihrem Leben die Möglichkeit haben, freie Entscheidungen zu treffen? Ob es beruflich ist oder privat: Sie haben die freie Wahl! Sie sehen sich die verschiedenen Wahlmöglichkeiten an, machen sich die Konsequenzen bewußt und entscheiden dann ganz frei, welche der Möglichkeiten sie wählen.

Sehen Sie, dass Sie auch jederzeit Ihre Ideen einbringen können? Sollte es einmal schwierig sein, jemanden zu finden, der das Gleiche machen/unterstützen/aufgreifen/lernen möchte, müssen Sie nur etwas länger danach suchen. Aber finden werden Sie IMMER jemanden…dafür gibt es einfach zu viele Menschen auf dieser Erde. Sehen Sie, dass Sie daher auch nicht versuchen müssen, irgendjemanden zu etwas zu zwingen?

Rudelführer werden nicht mehr benötigt. In der Frühzeit brauchte ein Rudelführer körperliche Kräfte. Heutzutage sind andere Fähigkeiten wichtig für die Menschen. Jeder hat seine ganz eigenen speziellen Fähigkeiten. Sehen Sie, dass man keinen Rudelführer mehr braucht, um das Überleben der Menschen abzusichern? Es könnte auch kein Mensch dieses Kriterium erfüllen, da das Menschheitsrudel so groß geworden ist.

Wir haben heutzutage als Chef, Abteilungsleiter oder Eltern gewisse Verantwortungen, aber wir müssen auch in diesen Situationen niemanden etwas aufzwingen. Wir können auch hier solange suchen, bis wir jemanden gefunden haben, der Lust hat das Gleiche zu tun wie wir, bzw. unseren Vorschlägen zu folgen. Auch hier können wir dem anderen jederzeit unsere Vorschläge machen und es ist dann dessen eigene freie Wahl, was er damit macht. Selbst bei den Kindern ist das im weitesten Sinne so. Wenn sie sich dazu entscheiden, bockig zu sein, lernen auch sie in der neuen Sichtweise, dass es ihre eigene Entscheidung war, die sie dahin gebracht hat, dass sie jetzt vielleicht Stubenarrest/Taschengeldentzug oder welche Konsequenz auch immer, tragen müssen.

Die nun nachfolgenden Beispiele lesen Sie sich bitte durch, wählen Sie eines davon aus (Sie können auch alle – nacheinander – nehmen und neu beurteilen) und folgen Sie untenstehenden Schritten!

Beispiele: aus der Berufswelt:

Ihr Chef gibt Ihnen den Auftrag, eine bestimmte Arbeit zu erledigen. Diese Art von Arbeit gehört zu den Arbeiten, die Sie am wenigsten mögen. Mögliche konkrete Situationen:

  • Sie sind Lehrerin und arbeiten gern mit Kindern. Wieder einmal müssen Sie zu einer Klassenkonferenz. Diese Konferenzen sind Ihnen lästig und nerven Sie.
  • Sie arbeiten in einer Reinigungsfirma. Die Arbeit ist okay für Sie aber Sie hassen es, die Toiletten zu putzen. In einer neuen Schicht werden Sie genau für diese Arbeit eingeteilt.
  • Sie sind Sekretärin und arbeiten gern für Ihren Chef. Das einzige, was Sie verabscheuen ist, Ihren Chef vor Anrufern zu verleugnen.

Beispiele aus dem Privatleben:

Sie sind verabredet mit Freunden/dinnen und treffen sich in einem Cafè um zu entscheiden, was Sie unternehmen wollen. Vorher war die Sprache von einem gemeinsamen Essen und Kinobesuch. Nun besteht eine Person darauf, dass Sie stattdessen nach dem Essen in eine Diskothek gehen.

Sie haben mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin verabredet, einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher zu verbringen, haben dafür Leckereien eingekauft und eine DVD ausgeliehen. Ihr(e) Partner(in) kommt nun nach Hause und will unbedingt zu Freunden gehen, die zum Kartenspielen eingeladen haben.

1. Was empfinden Sie in diesen Situationen?

Bei vielen von Ihnen wird ein Gefühl aufkommen, dass Sie gezwungen sind, das zu tun, was man Ihnen angeordnet bzw. vorgeschlagen hat. Sie haben das Gefühl, Sie können nichts anderes tun, als zu folgen, fühlen sich aber unwohl dabei. Sie haben das Gefühl, Sie können nicht tun was Sie wollen.

2. Warum empfinden Sie so?

Aus der Frühzeitsichtweise heraus sind Sie in einer rangniedrigeren Position. Sie müssen ausführen, was man Ihnen sagt. (um nicht die Arbeitsstelle zu verlieren, um nicht von Freunden oder Freundinnen „ausgestossen“ zu werden, um nicht von ihrem Partner/in verlassen zu werden und und und…) In der Frühzeit mußte man ständig darum kämpfen, eine möglichst hohe Position im Rudel zu haben, damit man überhaupt eine Chance hatte, einmal tun zu k önnen was man wollte. Die Gefahr, dass man bei „Befehlsverweigerung“ streng bestraft wurde (körperliche Gewalt, ausgestossen werden aus dem Rudel was widerum lebensgefährlich werden konnte) war groß.

3. Wie wollen Sie stattdessen empfinden?

Vermutlich möchten Sie sich frei fühlen, zu entscheiden, was Sie und wie Sie in dieser Situation reagieren wollen.

4. Was tun Sie nun, um sich „frei“ zu fühlen?

  1.  Sie machen sich bewußt, dass Sie jederzeit die freie Wahl haben – in allen Situationen! Dem Instinkt reicht es, wenn ihm bewußt gemacht wird, dass er die freie Wahl hat.
    • Die freie Wahl aber haben Sie immer und in allen, wirklich allen Situationen Ihres Lebens! Gefühlt stimmt das nicht, aber das liegt daran, dass Ihr Unterbewußtsein sehr, sehr schnell arbeitet. Mögliche Lösungen in einer solchen Situation, deren Konsequenzen Sie generell und sofort ablehnen würden, werden von Ihrem Unterbewußtsein automatisch und so schnell ausgeklammert, dass das Gefühl entsteht, es bleibe nur eine Möglichkeit über.
  2.  Erarbeiten Sie sich die möglichen Lösungen, auch wenn die daraus entstehenden Konsequenzen noch schlechter sind als das was Sie sowieso schon tun. Dem Instinkt reicht es zur Beruhigung, wenn er sieht, es GIBT andere Möglichkeiten und ER kann frei wählen, welche er nimmt!!!

Ist der Instinkt beruhigt, können Sie neutral entscheiden, ob Sie eine andere Möglichkeit wählen oder nicht.

Zum besseren Verständnis nehmen wir o.g. Beispiel der Sekretärin. Sie sollte sich in diesen Momenten bei Auftreten des „schlechten“ Gefühles die möglichen Lösungen bewußt machen, z.B.: 

  • Sie könnte ihrem Chef sagen, dass sie nicht mehr für ihn lügen will (mit der Konsequenz, dass er vielleicht sauer ist oder sie sogar deswegen entlässt – was eher unüblich ist heutzutage, schlimmstenfalls wird er auf seiner Anweisung bestehen.)
  • Sie könnte weiter für ihn lügen mit dem Wissen, dass ihr die restliche Arbeit Spass macht und dieses Lügen eine ihrer Aufgaben ist.
  • Sie könnte sich eine neue Arbeit suchen, um nicht mehr lügen zu müssen.

Da in der Prioritätenliste der Sekretärin vermutlich der Joberhalt an erster Stelle steht, wird ihr Unterbewußtsein die Möglichkeit mit dem Chef zu reden, automatisch ausklammern. (Aus Instinktsichtweise ist das Risiko zu groß, dass sie deswegen ihre Arbeit verliert – ob das stimmt, ist fraglich. Mit den meisten Chefs kann man heute ganz normal „reden“ 8-) )

Ebenso „denkt“ das Unterbewußtsein in diesem Moment nicht daran, dass ihr die Arbeit ansonsten gut gefällt und dass das Lügen nur ein kleiner, minimaler Bestandteil ihrer sonst zufriedenstellenden Arbeit ist. Er hat den Fokus allein auf „ich werde gezwungen“. Sollte der Faktor „Lügen“ so schlimm für sie geworden sein, kann sie ganz bewußt eine neue Stelle suchen, in der sie so etwas nicht machen muß.

Fühlen Sie nun bitte einmal in Ihr gewähltes Beispiel hinein. Wie im ersten Artikel schlage ich Ihnen vor, sich dabei körperlich (oder möglicherweise auch nur geistig vor dem inneren Auge) auf zwei unterschiedliche Plätze zu stellen.

Wenn Sie in die Ausgangssituation hineinfühlen wollen, stellen Sie sich einen Platz links von sich vor. Gehen Sie in Gedanken oder körperlich, bewußt durch das o.g. imaginäre Tor in die Frühzeit. Fühlen Sie, wie ihr Instinkt aus der Frühzeitsichtweise diffuse Ängste produziert, wenn Sie sich eine der o.g. Situationen vorstellen.

Verlassen Sie dann diesen Platz und versuchen Sie, sich neutral die Situation zu betrachten. In der Frühzeit waren diese Ängste berechtigt.

Aber wie ist es in der Neuzeit?

Bestimmen Sie jetzt einen Platz rechts von Ihnen als Platz für die Neuzeit.

a)      Schauen Sie von Ihrem neutralen Platz schon einmal dorthin und stellen sich das Tor zur Neuzeit vor, durch dass Sie nun gleich hindurchgehen wollen. Überlegen Sie sich, wie das Leben dort – in der Neuzeit – wirklich ist. Sagen Sie oder lesen Sie sich die o.g. Punkte 1 -2 bewußt und deutlich noch dreimal !!! selbst vor.

b)      Gehen Sie nun durch das imaginäre Tor und fühlen Sie, dass es stimmt, was Sie sich gerade verdeutlicht haben!

Wenn Sie vermeinen, es noch nicht deutlich genug zu spüren, probieren Sie aus. Spielen Sie ein wenig. Gehen Sie wieder auf den neutralen Platz. Schaun Sie wieder zur Frühzeit. Lesen Sie evtl. noch einmal den Text, der uns oben schon in die Frühzeit geführt hat. Gehen Sie dann durch das Tor in die Frühzeit und fühlen Sie, wie es sich dort anfühlt. Dann gehen Sie wieder auf „Neutral“. Dann gehen Sie noch einmal die Punkte A – B durch.

Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, schreiben Sie mir doch einfach hier im Online-Magazin!

Bei sehr privaten Themen oder Fragen kontakten Sie mich einfach über: www.wietgrefe.net

Ich wünsche Ihnen allen viel Spass und Erfolg bei der Anwedung!

Liebe Grüße

Ihre Bettina Wietgrefe

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