Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Gehört das überhaupt in dieses Online-Magazin, das sich mit spirituellen Dingen aller Art befasst und auseinandersetzt?
Ich meine ja, weil ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass es eine große Hilfe und ein Einstieg zur Spiritualität ist, wenn vorher die körperliche Instinktebene beruhigt ist.
Was aber hat es nun mit den Instinkten auf sich? Instinkte sind für einen Großteil Ihrer Gefühle verantworlich, für gute – aber auch jede Menge Angstgefühle oder Unbehagen! Die guten Gefühle finden Sie schön, logisch. Aber was ist mit den Ängsten? Wäre doch schön, wenn man da weniger mit zu kämpfen hätte, oder?
Wissen Sie, dass Sie sich selbst schulen können, die Instinkte nur dann arbeiten zu lassen, wenn es wirklich notwendig ist? Das funktioniert und zwar sehr gut.
Wenn Sie möchten, folgen Sie mir doch jetzt in die Welt der Instinkte und sehen Sie, wie Sie sie verstehen und „austricksen“ können – mit dem Ergebnis, erheblich weniger Ängste und Unbehagen im täglichen Leben zu erfahren.
Die Instinkte sind ein Relikt aus Urzeiten. Schon Reptilien und Säugetiere (über)lebten und leben durch ihre Instinkte. Angesiedelt sind diese Instinkte im Gehirn. Übrigens: Wir Menschen haben Teile im Gehirn, die laienhaft „Reptilien- und Säugetiergehirn“ genannt werden. Wir haben also die gleichen Instinktanlagen. Instinkte waren und sind für Tier und Mensch ein wichtiges Hilfsmittel um zu überleben. Ohne Instinkte keine Vorsicht, kein Erkennen von Gefahr.
Stellen Sie sich mal vor, wie der Mensch in der Frühzeit lebte. (Und ich spreche hier nicht von den Zeiten, als auf unserer Erde angeblich (angeblich, weil es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt) hochentwickelte Menschen wie Atlanter oder Lemurer lebten, sondern von der Zeit danach, als die Menschheit energetisch zurückgefallen war.) Der Frühzeitmensch also lebte in kleinen Gruppen verstreut auf diesem riesigen Planeten. Sein Überleben war jeden Tag ein harter Kampf. In diesen Zeiten waren die Instinkte gefragt und jeden Tag waren sie höchst aktiv, um dem Individuum – aber auch seiner ganzen Art – das Überleben möglich zu machen.
Versuchen Sie nun,sich beim Lesen des nachfolgenden Textes alles bildlich vor Ihrem inneren Auge vorzustellen:
„Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie ein Tor. Sehen Sie sich das Tor genau an. Welche Form hat es? Aus welchem Material ist es? Hat es eine Farbe? Ist es groß oder eher klein? Durch dieses Tor können Sie in die Frühzeit sehen. Schauen Sie sich das Tor genau an und stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie hindurchgehen.
Wenn Sie durch das Tor gegangen sind, sehen Sie vor sich eine Höhle. In und vor dieser Höhle sehen Sie Menschen, die mit Fellen bekleidet sind. Sie befinden sich in der Frühzeit, vor 40 000 Jahren oder mehr. Sie leben in einer kleinen Gruppe in dieser Höhle. Das Leben ist schwer. Sie alle zusammen müssen täglich dafür sorgen, dass genug zu essen vorhanden ist, dass Vorräte für den Winter angelegt werden und die Höhle selbst sicher ist vor dem Einfall wilder Tiere. Oft frieren Sie, weil vielleicht noch nicht entdeckt wurde wie man eigenständig Feuer macht.
Erweitern Sie nun ihr Blickfeld kreisförmig -, ausgehend von der Höhle. Sie stellen fest, dass sich drum herum eine weite Landschaft erstreckt. Je weiter Sie Ihren gedanklichen Kreis um die Höhle erweitern, je mehr erkennen Sie, dass außer Tieren dort keine weiteren Lebewesen zu finden sind. Über hunderte von Kilometern keine weiteren Menschen. In der Landschaft bewegen sich auch viele wilde Tiere, wie z.B. Bären, Wölfe, Mammuts und Säbelzahntiger.
Lassen Sie nun Ihre Phantasie spielen. Was sehen Sie? Wie leben die Menschen in dieser Zeit?
Sehen Sie, wie wichtig es ist, dass jeder dieser Menschen sich bemüht, sehr gut zu jedem der anderen zu passen damit er von denjenigen gemocht wird? Die Gefahr ist groß, dass man aus der Gruppe gestossen wird, wenn man nicht gut genug zu den anderen paßt. Also paßt man sich extrem an. Man tut alles, was irgend möglich ist, damit die anderen einen mögen.
Sehen Sie, wie wichtig es ist, nicht krank zu werden? Krankheit bedeutet schwach sein, keinen Beitrag für die Gemeinschaft leisten zu können. Schlimmstenfalls könnte die Gruppe einen ausstoßen, weil man wertlos für sie geworden ist. Und was passiert, wenn plötzlich Gefahr droht? Kann es sich die Gemeinschaft leisten, einen Kranken mit zu schleppen oder würden sie ihn vielleicht gar zurücklassen müssen?
Sehen Sie, wie eingeschränkt die Wahlmöglichkeiten sind in einer solchen Gruppe? Wenn ein Ranghöherer etwas anordnet, muß der Rangniedrigere es ausführen. Andernfalls gibt es schwere Strafen bis hin zu Prügel oder Ausstoß aus der Gemeinschaft durch den Chef bzw. Rudelführer der Gruppe.
Je niedriger der Rang ist, den ein einzelner innehat, desto mehr muß er für die Ranghöheren arbeiten. Seine Freizeit ist äußerst gering. Er kann sich selten vergnügen, selten tun, was ihm wirklich Spass macht. Das alles führt natürlich dazu, dass jeder versucht, einen möglichst hohen Rang zu erreichen. Konkurrenzkampf ist an der Tagesordnung.
Die Stärksten genießen die meisten Privilegien, z.B. bei der Essenverteilung. Aber auch bei der Paarung. Es ist wichtig, dass sich die hochwertigsten Gene weitervererben um den Gruppen-bzw. Arterhalt zu gewährleisten.
Sehen Sie, wie schwierig es ist, eigene Ideen zu verwirklichen bzw. andere zu finden, die das Gleiche wollen wie Sie? Sie haben wenig Auswahl an Menschen in Ihrer kleinen Gruppe. Wenn Sie etwas vorschlagen was Sie gern tun oder umsetzen möchten, müssen Sie jemanden innerhalb dieser kleinen Gruppe finden, der sie unterstützt – der mit Ihnen die Idee ausführt. Wenn keiner will, ist Ihre Idee nicht durchführbar. Außerhalb der Gruppe finden sich so schnell keine weiteren Menschen. Der einzige, der immer durchsetzen kann, was er will, ist der Chef bzw. Rudelführer. Allerdings läßt ihn das auch ständig unter Strom stehen. Er muß schliesslich immer und jederzeit kontrollieren, ob die Mitglieder seiner Gruppe auch tun, was er gesagt hat. Täten sie es nicht, wäre seine Position in Gefahr. Das kann er nicht zulassen. Notfalls setzt er seinen Anspruch daher auch gewalttätig, vielleicht durch Einsatz seiner Keule durch. Er hat die größten körperlichen Kräfte und dies befähigt ihn dazu, Rudelführer zu sein. Schließlich kann er sein Rudel am besten beschützen und in der Gruppe für Ordnung sorgen. Aber dies muß er auch immer wieder unter Beweis stellen.“
In dieser Zeit war die Arbeit unserer Instinkte ständig gefordert und sie waren darum höchst aktiv.
Unser Leben hat sich zwischenzeitlich stark verändert. Doch die Instinkte sind auf dem Stand der Frühzeit geblieben. Sie beurteilen heutige Situationen immer noch nach den oben beschriebenen Lebensumständen. Die Gründe – biologisch gesehen – bestehen darin, dass die Teile unseres Gehirns, in denen unsere Instinkte angesiedelt sind, sich evolutionär noch nicht weiterentwickelt haben. Vermutlich deshalb, weil wir zeitgeschichtlich – im Verhältnis zur Lebensdauer unseres Planeten betrachtet – bisher erst nur einen kurzen Moment hier sind. Zu wenig Zeit, um die notwendigen Veränderungen vorzunehmen.
Aber wenden wir uns wieder den Instinkten zu! Zum besseren Verständnis sind die Instinkte unterteilt in drei Hauptinstinkte mit jeweils zwei Untermotiven. (Diese wiederum können ebenfalls unterteilt werden in viele verschiedene Detailmotivationen.) Ich stelle Ihnen die Hauptinstinkte mit ihren Untermotiven nachfolgend (vereinfacht) jetzt einmal vor:
Der erste Instinkt ist der Überlebenstrieb mit dem 1. Untermotiv: „Existenzsicherung“, dem es darum geht, dass wir immer genug zu essen, zu trinken und einen warmen Schlafplatz haben. Das 2. Untermotiv ist: „sich beschützt fühlen“ vor gewaltsamen Übergriffen.
Der Herdentrieb oder Rudelinstinkt möchte mit seinem 1. Untermotiv „Passen“ erreichen, dass Sie möglichst immer 100 %ig zu der oder den vor Ihnen stehenden Personen passen. Mit Untermotiv 2: „Erwünscht sein“ soll erreicht werden, dass Sie möglichst immer 100%ig bei der oder den vor Ihnen stehenden Personen erwünscht sind.
Der Selbstverwirklichungs- oder Vergnügunstrieb möchte mit Untermotiv 1: „Freiheit“ sicherstellen, dass Sie in absolut jeder Situation die freie Wahlmöglichkeit haben. Mit seinem Motiv 1: „Sich einbringen“ möchte er erreichen, dass Sie immer jemanden haben oder finden, der Lust hat, das Gleiche zu tun wie Sie selbst bzw. dass Sie bestimmen können, was gemacht wird.
Wenn Sie kurz an das oben gezeichnete Bild der Frühzeit denken, war es sehr wichtig für den Einzelnen, dass diese Motive möglichst vollständig erfüllt wurden.
Um einen direkten Vergleich zur Frühzeit zu bekommen, folgen Sie mir doch jetzt in die Neuzeit. Versuchen Sie, sich nachfolgenden Text wieder bildlich vor Ihrem inneren Auge vorzustellen.
Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie wieder ein Tor. Sehen Sie sich das Tor genau an. Wie unterscheidet es sich zum Tor der Frühzeit? Hat es die gleiche Form oder eine andere? Aus welchem Material ist es? Welche Farbe hat es? Ist es groß oder eher klein? Durch dieses Tor können Sie in die Neuzeit sehen. Schauen Sie sich das Tor genau an und stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie hindurchgehen .
Sehen Sie sich selbst in Ihrer Wohnung. Betrachten Sie Ihre Lebensumstände. Haben Sie genug zu essen und zu trinken? Haben Sie einen warmen Schlafplatz? Vermutlich haben Sie viel mehr als das. Vermutlich haben Sie einen gewissen Lebensstandard geschaffen, den Sie geniessen und erhalten wollen. Sollten Sie Ihre Arbeit, Ihr Haus verlieren, gibt es Instanzen, die Ihnen zumindest Ihre pure Existenz ermöglichen: Arbeitsamt, Sozialamt, Kirchen, andere soziale Einrichtungen. Auch Ihre Familie, Freunde, Bekannten, selbst Nachbarn würden Sie im Falle eines plötzlichen Wohnungsverlustes nicht auf der Straße stehen lassen. Denken Sie nur mal an unverhoffte Wohnungsbrände, wo Nachbarn den Betroffenen Unterkunft anboten. Machen Sie sich klar, wie unwahrscheinlich es ist, dass all diese Hilfsmöglichkeiten auf einmal ausfallen würden. Stellen Sie sich auch einmal die Frage, wie es im umgekehrten Fall wäre. Würden Sie selbst auch Ihrer Familie, Freunden, Bekannten oder Nachbarn helfen? Vermutlich bejahen Sie dies gerade ganz kräftig.
Erweitern Sie nun Ihr Blickfeld kreisförmig, ausgehend von Ihrer Wohnung. Sie stellen fest, dass in näherer Umgebung viele andere Menschen leben in ihren Häusern und Wohnungen. Egal, wohin Sie sich – ausgehend von Ihrer Wohnung – hinbegeben…ob zu Fuß, per Auto, Bus oder Flugzeug: überall sind Menschen! Die gesamte Erde ist inzwischen stark bevölkert. Wilde Tiere gibt es nur noch in bestimmten Regionen der Erde. Menschen können sich gegenüber Angriffen wilder Tiere heute viel besser schützen. Rechtssysteme schützen uns Menschen heutzutage vor Gewalt. Sie sind nicht perfekt, aber sie bieten dennoch einen größeren Schutz als ihn die Menschen in der Frühzeit hatten. Sie können außerdem Maßnahmen beachten, die Ihnen ebenfalls weiteren Schutz bieten, wie z.B. als Frau nachts nicht allein durch einen Park zu gehen. Wenn Sie es möchten, können Sie lernen, sich selbst zu verteidigen.
Auch Rudelführer, z.B. Chefs aller Art, pflegen heutzutage ihre Anliegen nicht mehr mit der Keule in der Hand durchzusetzen.
Sehen Sie, wieviele Menschen sich in Ihrem Leben befinden? Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen, Sportkameraden usw. usw.! zu Sehen Sie, dass Sie die Möglichkeit haben, mit jedem dieser Menschen genau das zu erleben/leben, was mit ihm am meisten Spaß macht? Es muß nicht EIN Mensch alle Anforderungen ans „Zusammen passen“ oder „Erwünscht sein wollen“ erfüllen. Sehen Sie, dass Sie wählen können, mit welchen Personen Sie die unterschiedlichen Dinge erleben/leben wollen, die Ihnen am Herzen liegen? Ist da mal jemand, der Sie nicht mag oder der gar gegen Sie intrigiert…ist das nicht schön, aber kein Problem. Es gibt ja noch genügend andere Menschen auf dieser Erde, die Sie schon kennen oder noch kennenlernen können, wenn Sie das wollen. Menschen, zu denen Sie passen und bei denen Sie erwünscht sind/von denen Sie gemocht werden. Sehen Sie, dass es gar nicht mehr möglich ist, aus dem „Rudel“ ausgestossen zu werden? Sie können wohl aus einer kleinen Gruppe ausgestossen werden, aber es gibt nur noch ein einziges Rudel: das Menschheitsrudel. Man müßte Sie schon auf den Mond schiessen, um Sie dauerhaft ausstossen zu können.
Sehen Sie, dass Sie außerdem immer in Ihrem Leben die Möglichkeit haben, freie Entscheidungen zu treffen? Ob es beruflich ist oder privat: Sie haben die freie Wahl! Sie sehen sich die verschiedenen Wahlmöglichkeiten an, machen sich die Konsequenzen bewußt und entscheiden dann ganz frei, welche der Möglichkeiten sie wählen.
Sehen Sie, dass Sie auch jederzeit Ihre Ideen einbringen können? Sollte es einmal schwierig sein, jemanden zu finden, der das Gleiche machen/unterstützen/aufgreifen/lernen möchte, müssen Sie nur etwas länger danach suchen. Aber finden werden Sie IMMER jemanden…dafür gibt es einfach zu viele Menschen auf dieser Erde. Sehen Sie, dass Sie daher auch nicht versuchen müssen, irgendjemanden zu etwas zu zwingen?
Rudelführer werden nicht mehr benötigt. In der Frühzeit brauchte ein Rudelführer körperliche Kräfte. Heutzutage sind andere Fähigkeiten wichtig für die Menschen. Jeder hat seine ganz eigenen speziellen Fähigkeiten. Sehen Sie, dass man keinen Rudelführer mehr braucht, um das Überleben der Menschen abzusichern? Es könnte auch kein Mensch dieses Kriterium erfüllen, da das Menschheitsrudel so groß geworden ist.
Wir haben heutzutage als Chef, Abteilungsleiter oder Eltern gewisse Verantwortungen, aber wir müssen auch in diesen Situationen niemanden etwas aufzwingen. Wir können auch hier solange suchen, bis wir jemanden gefunden haben, der Lust hat das Gleiche zu tun wie wir, bzw. unseren Vorschlägen zu folgen. Auch hier können wir dem anderen jederzeit unsere Vorschläge machen und es ist dann dessen eigene freie Wahl, was er damit macht. Selbst bei den Kindern ist das im weitesten Sinne so. Wenn sie sich dazu entscheiden, bockig zu sein, lernen auch sie in der neuen Sichtweise, dass es ihre eigene Entscheidung war, die sie dahin gebracht hat, dass sie jetzt vielleicht Stubenarrest/Taschengeldentzug oder welche Konsequenz auch immer, tragen müssen.
Dies war nun ein kurzer Ausflug in die Neuzeit. Ganz interessant, werden Sie vielleicht sagen und jetzt?
Was aber können Sie nun konkret tun um Frühzeitgefühle nicht mehr aufkommen zu lassen?
In Ihrem Gehirn haben Sie über die Jahre „Dateien“ abgespeichert, in denen viele, viele Situationen mit den dazu erlebten Gefühlen enthalten sind. Die Gefühle zu den Situationen entstanden aus der Frühzeitsichtweise heraus. Begegnet Ihnen nun eine ähnliche Situation, fährt auch wieder das damalige Gefühl dazu hoch. Das tut Ihr Unterbewußtsein ganz automatisch. Sie aber können diese Situationen neu bewerten! Sie beurteilen ganz bewußt, ob das Gefühl in der Situation angemessen ist. Aus der Neuzeitsichtweise heraus ist es das meistens nicht. Indem Sie sich ganz bewußt aus dem Verstand heraus 3-5 mal (3-5 mal deswegen, weil das Gehirn diese Anzahl an Wiederholungen benötigt, um eine Abspeicherung vorzunehmen. Das ist wissenschaftlich erwiesen.) die neue Bewertung klarmachen und auch gleichzeitig ein anderes, nämlich positives Gefühl dazu haben, überschreiben Sie die alte „Datei“. Ganz so wie bei einem Computer.
Zum Abschluß meiner Einführung in die Instinkte will ich Ihnen an einem Beispiel zeigen, wie genau Sie dabei vorgehen können.
Beispiel:
Sie sitzen in Ihrem Büro und werden von Ihrem Chef telefonisch – ohne Angabe eines Grundes – gebeten, zu ihm in sein Büro zu kommen.
1. Was empfinden Sie?
Viele Menschen stehen nun mit einem unguten/unsicheren oder sogar Angst-Gefühl auf, um zu ihrem Chef zu gehen. Sie wissen nicht, was sie erwartet. (Ist es bei Ihnen ähnlich?)
2. Warum empfinden diese Menschen oder auch Sie selbst so?
Aus der Frühzeitsichtweise heraus, besteht in diesem Moment eine große Gefahr. Erinnern Sie sich an Ihre Reise in die Frühzeit? Der Ranghöhere – in diesem Fall Ihr Chef – hat große Macht. Aus Sicht des Instinktes könnte er Sie im Falle, dass Sie etwas falsch gemacht haben, verprügeln, aus dem Rudel ausstoßen. Das widerum hätte zur Folge, dass Sie keinem Rudel mehr angehören. Sie wären auf sich gestellt, hätten keine Unterkunft, keine Hilfe bei der Jagd – vermutlich wenig zu essen. Ihr Leben wäre definitiv in Gefahr.
3. Wie wollen Sie stattdessen empfinden?
Vermutlich möchten Sie ruhig und gelassen sein. Keine Angst oder Unwohlgefühle verspüren.
4. Was tun Sie nun, um in ein positives entspanntes Gefühl zu kommen?
Sie verdeutlichen sich, dass Ihr Chef kein Frühzeitmensch mit der Keule in der Hand ist. Sie machen sich klar, dass
- Sie nicht verhungern und/oder erfrieren müssen, sollte Ihr Chef tatsächlich komplett sauer auf Sie sein und Sie entlassen. Wenn Sie ihren Job verlieren, bekämen Sie erst einmal Hilfe vom Arbeitsamt. Ihre Familie, Freunde würden Sie sicherlich unterstützen soweit ihnen das möglich ist. Sie könnten auch andere Hilfsorganisationen in Anspruch nehmen wie Kirche, Sozialamt. Sie werden nicht verhungern, nicht erfrieren. Ganz sicher nicht. Würden Sie? Nein, würden Sie nicht! Noch einmal: würden Sie verhungern und/oder erfrieren? Nein, defintiv nicht!
- Ihr Chef wird sie nicht verprügeln. Es ist in unseren Zeiten äußerst unüblich, dass Chefs durch Gewalt ihre Wünsche oder Kritik durchsetzen bzw. äußern. Sie sind sicher vor einem Gewaltangriff. Fragen Sie sich selbst. Ist es wahrscheinlich, dass ihr Chef Sie verprügelt? Nein, ist es nicht? Sicher nicht? Nein, ganz sicher nicht.
- Kann es sogar sein, dass ihr Chef einfach nur Infos von Ihnen braucht? Dass es nur um ein Gespräch über ein neues Projekt, über Geschäftliches geht? Wer sagt, dass es etwas Negatives ist????? Nur ihr Instinkt aus der Frühzeitsichtweise heraus.
Fühlen Sie bitte einmal in dieses Beispiel hinein. Hilfreich dabei kann sein, wenn Sie sich dabei körperlich auf zwei unterschiedliche Plätze stellen. Wenn Sie die Ausgangssituation wählen, stellen Sie sich auf einen Platz links von Ihnen. Gehen Sie in Gedanken oder sogar körperlich bewußt durch das o.g. imaginäre Tor in die Frühzeit. Fühlen Sie, wie ihr Instinkt aus der Frühzeitsichtweise diffuse Ängste produziert, wenn Sie sich vorstellen, dass Ihr Chef Sie zu sich ruft.
Verlassen Sie dann diesen Platz, stellen sich ein Stück zurück auf einen mittleren Platz und versuchen Sie, die Situation neutral zu betrachten. In der Frühzeit waren diese Ängste berechtigt.
Aber wie ist es in der Neuzeit?
Bestimmen Sie jetzt einen Platz rechts von Ihnen als Platz für die Neuzeit.
- Schauen Sie von Ihrem neutralen Platz schon einmal dorthin und stellen sich das Tor zur Neuzeit vor, durch dass Sie nun gleich hindurchgehen wollen. Überlegen Sie sich, wie das Leben dort – in der Neuzeit – wirklich ist. Sagen Sie oder lesen Sie sich die o.g. Punkte 1 -3 bewußt und deutlich noch dreimal !!! selbst vor.
- Stellen Sie sich nun auf den Platz rechts von Ihnen und gehen Sie jetzt durch das imaginäre Tor und fühlen Sie, dass es stimmt, was Sie sich gerade verdeutlicht haben!
Wenn Sie vermeinen, es noch nicht deutlich genug zu spüren, probieren Sie aus. Spielen Sie ein wenig. Gehen Sie wieder auf den neutralen Platz. Schaun Sie wieder zur Frühzeit. Lesen Sie evtl. noch einmal den Text, der uns oben schon in die Frühzeit geführt hat. Gehen Sie dann durch das Tor in die Frühzeit und fühlen Sie, wie es sich dort anfühlt. Dann gehen Sie wieder auf „Neutral“. Dann gehen Sie noch einmal die Punkte A – B durch.
Probieren Sie es aus und vergessen Sie nicht: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Emotionstraining findet normalerweise in Einzeltrainings von ca. 2 Stunden statt oder aber in Seminaren und Workshops. Wenn es Ihnen heute noch nicht gleich so gelungen ist, den Unterschied zu fühlen, geben Sie nicht auf.
In weiteren Folgen werde ich gern mit Ihnen durch alle Instinkte gehen. In vielen detaillierten Beispielen können Sie dabei auch Ihre „alten Frühzeitdateien“ überschreiben. Ich freue mich darauf!
Gern können Sie mir auch Fragen stellen bzw. Themen vorschlagen, die ich dann hier aufgreife und ausführlicher behandle.
Bei sehr privaten Themen oder Fragen kontakten Sie mich einfach über: www.wietgrefe.net

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